Pflege braucht eine Reform. Aber nicht auf dem Rücken der Menschen, die Pflege brauchen.

Pflege braucht eine Reform. Aber nicht auf dem Rücken der Menschen, die Pflege brauchen.

Dass unser Pflegesystem dringend eine verlässliche Finanzierung braucht, darüber müssen wir nicht diskutieren. Es muss sich etwas ändern.

Aber der derzeitige Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes, kurz PNOG, geht aus unserer Sicht an entscheidenden Stellen in die falsche Richtung.

Geplant sind Änderungen, die gerade die Menschen treffen könnten, die im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind. Der bisherige Entlastungsbetrag soll für Menschen mit Pflegegrad 1 entfallen. Für die Pflegegrade 2 bis 5 soll er durch ein deutlich eingeschränkter nutzbares Sozialraumbudget ersetzt werden. Auch die Unterstützung bei Kurzzeitpflege soll verändert und die finanzielle Entlastung von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen später wirksam werden. Gleichzeitig stehen bewährte Beratungsleistungen durch ambulante Pflegedienste und die Finanzierung guter Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Diskussion.

Für uns ist klar: Ein Pflegesystem darf nicht dadurch saniert werden, dass pflegebedürftige Menschen, ihre Familien und diejenigen, die sie täglich versorgen, am Ende die Rechnung bezahlen.

Wer alt wird und Hilfe braucht, darf nicht plötzlich weniger Unterstützung erhalten, weil das Geld im System knapp wird. Ein würdevoller Lebensabend darf keine Frage des Geldbeutels sein.

Deshalb unterstützen wir die Forderungen der LIGA der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg. Sie warnt gemeinsam mit weiteren Verbänden davor, dass der derzeitige Entwurf gewachsene Versorgungsstrukturen schwächen und die Versorgung pflegebedürftiger Menschen gefährden könnte.

Ab dem 21. September 2026 macht die Aktionswoche „Das leere Pflegebett“ / „Dieses Auto fährt nicht mehr“ genau darauf aufmerksam. Ein leeres Pflegebett oder ein stehendes Pflegefahrzeug sollen zeigen, was passiert, wenn Pflegeangebote irgendwann nicht mehr aufrechterhalten werden können.

Auch hier bei uns in der Ortenau wollen wir ein Zeichen setzen.

Am Mittwoch, 23. September 2026 um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Achern kommen ambulante Dienste und weitere Akteure aus der Pflege zusammen.

Wir hoffen, dass viele Kolleginnen und Kollegen dabei sein werden. Und wir hoffen genauso, dass viele Menschen hinschauen und zuhören.

Denn Pflege betrifft nicht nur die, die heute pflegebedürftig sind.

Sie betrifft uns alle. Früher oder später.